The Man Who Envied Women
Werk
Yvonne Rainer konstruiert um das Thema einer zerbrochenen Ehe eine ehrliche und bösartig komische Geschichte über einen selbstgefälligen Frauenhelden. Jack Deller räsoniert vom Sessel aus über Frauen, deren fehlende Präsenz im Bild den gesamten Film durchzieht. Auf der Tonspur hören wir ihre wütenden oder lakonischen Fragen und Kommentare, die seinen selbstgewissen Diskurs sowohl unterstreichen als auch unterwandern. Die Sprechakte speisen sich aus Film- und Alltagskultur, poststrukturalistischer, psychoanalytischer und feministischer Theorie. Über das Thema der gescheiterten (heterosexuellen) Beziehung hinaus werden weitere Konfliktfelder erkundet – Wohnungsnot und Gentrifizierung im New York der 1980er-Jahre, Abtreibungsrecht, Machenschaften der USA in Lateinamerika. Mittels einer nicht enden wollenden Collage aus widersprüchlichen Bedeutungsebenen werden immer wieder neue Zusammenhänge hergestellt. „Rainer bemüht sich nicht um irgendeine wohlerzogene Korrektheit oder eine meisterhafte, väterliche Vorstellung von ,transzendenter intellektueller Klarheit‘; vielmehr neigt sie zu einer Art Taumelprozess, einem Ungleichgewicht von Macht, Sprache und Körper.“ (Barbara Kruger, Artforum 1986) Das DCP wurde vom Museum of Modern Art (MoMA) aufwendig in 4k restauriert.