"Ein Antifaschist kommt nach dem Krieg zurück aus Amerika in den Ort im Piemont, in dem er als Findelkind aufwuchs. Die Veränderungen, zu denen alles bereit schien, haben nicht stattgefunden. Über den Kadavern des Faschismus, die die Erde unerwartet freigibt, brechen, beängstigend, die alten Antagonisten sich Bahn. Der Film, das sind Orte im Piemont und Laien, die Dialogstellen aufsagen aus dem Roman oder sogar vorlesen. Sie funktionieren wie Masken im antiken Theater. Sie verkörpern nicht Figuren, sondern leihen der Sprache ihren Körper.” (Frieda Grafe) „Politische Reflexion über zwei Novellen von Cesare Pavese, die in 27 Gesprächen Themen und Figuren der griechischen Mythologie aufgreifen. Straub wählte sechs von ihnen aus, in denen es um das Auftauchen der Götter in der frühgeschichtlichen Welt der griechischen Bauern, Hirten und Jäger geht, aber auch um das Schicksal eines Bauern, der Italien zu Beginn des Faschismus verlässt, nach Amerika auswandert und Jahre später als erfolgreicher Mann zurückkehrt. Ein hermetischer, Geduld und ausdauerndes Denkvermögen erfordernder Film.“ (Lexikon des internationalen Films)
Jean-Marie Straub→ Biografie anzeigen← Biografie schließen Jean-Marie Straub wurde 1933 in Metz, Frankreich, geboren. Während seines Studiums in Straßburg und Nancy, das er 1951 aufnimmt, ist er bereits Leiter eines Filmclubs in Metz. In Paris arbeitet Straub später als Assistent von Jean Renoir, Robert Bresson, Alexandre Astruc und Abel Gance. 1954 lernt er seine spätere Frau Danièle Huillet kennen. In fast 50 Jahren gemeinsamer Arbeit schufen sie eines der einflussreichsten und zugleich kontroversesten Werke des modernen Kinos. Ihren Filmen liegen unter anderem Stoffe von Böll, Kafka, Hölderlin und Brecht zugrunde. "Die Arbeit ist geprägt durch die Auseinandersetzung und oft auch den Konflikt mit der Vorlage. Die Filme verleihen den Texten eine neue Gegenwart und dabei der Gegenwart eine neue Dringlichkeit. Sie transformieren und übersetzen nicht nur Text, auch Musik (Bach, Schönberg) und Malerei (Cézanne), sowie Wolken, Steine, Wind, Licht. Mit den Filmen von Huillet/Straub wird das Kino zu einem Raum, in dem sich sinnlich und politisch etwas ereignet, etwas gegenwärtig wird. Und der Film wird zum Mittel, die Gegenwart und die Konventionen des Kinos, seine Kommerzialisierung, grundlegend infrage zu stellen. Damit sind die Filme von Huillet/Straub hochaktuell und das Werk, gegen dessen Anachronismen oft heftig polemisiert wurde, erweist sich heute als offen, verspielt und radikal zeitgenössisch." (https://www.adk.de/de/presse/pressemitteilungen.htm?we_objectID=57189)
Danièle Huillet→ Biografie anzeigen← Biografie schließen Danièle Huillet, * 1. Mai 1936 in Paris; † 9. Oktober 2006 in Cholet, zog 1958 mit Jean-Marie Straub nach Deutschland. 1962 stellten sie ihren ersten gemeinsamen Kurzfilm "Machorka-Muff" fertig. In annähernd 50 Jahren gemeinsamer Arbeit schufen sie eines der einflussreichsten und zugleich kontroversesten Werke des modernen Kinos. In dessen Eigenwilligkeit sahen einige in den 1960er Jahren den Beginn eines neuen deutschen Films, andere empörten sich über die vermeintliche Respektlosigkeit gegenüber der Tradition des Kinos. Das Werk Huillet/Straubs umfasst fast 50 Filme, denen unter anderem Stoffe von Böll, Kafka, Hölderlin und Brecht zugrunde liegen. Die Arbeit ist geprägt durch die Auseinandersetzung und oft auch den Konflikt mit der Vorlage. Die Filme verleihen den Texten eine neue Gegenwart und dabei der Gegenwart eine neue Dringlichkeit. Sie transformieren und übersetzen nicht nur Text, auch Musik (Bach, Schönberg) und Malerei (Cézanne), sowie Wolken, Steine, Wind, Licht. Mit den Filmen von Huillet/Straub wird das Kino zu einem Raum, in dem sich sinnlich und politisch etwas ereignet, etwas gegenwärtig wird. Und der Film wird zum Mittel, die Gegenwart und die Konventionen des Kinos, seine Kommerzialisierung, grundlegend infrage zu stellen. Damit sind die Filme von Huillet/Straub hochaktuell und das Werk, gegen dessen Anachronismen oft heftig polemisiert wurde, erweist sich heute als offen, verspielt und radikal zeitgenössisch. (https://www.adk.de/de/presse/pressemitteilungen.htm?we_objectID=57189)