Rift Finfinnee

Werk


Rift Finfinnee
Rift Finfinnee
Rift Finfinnee
Rift Finfinnee
Daniel Kötter    → Biografie anzeigen   
Deutschland
2020
Amharisch

Der Film RIFT FINFINNEE schickt den/die Betrachter*in in streng komponierten Bildern und einer die Originaltöne komplex verwebenden Tonspur auf eine Reise durch die Peripherie der äthiopischen Hauptstadt Addis Ababa (in Oromo: Finfinnee). Er nimmt dabei die konkrete Geographie, Architektur sowie das konkrete Alltagsleben einzelner Land- und Bauarbeiter*innen im Osten von Addis Abeba zum Ausgangspunkt für eine auch allegorische Erzählung über das Stadtwerden afrikanischer Gesellschaften am Rande des Bürgerkriegs.

Der Film dokumentiert die rural-urbane Transformation von Raum und ihre Konsequenzen für das Zusammenleben am Beispiel von vier Siedlungen im Osten der äthiopischen Hauptstadt:
Das Dorf Dingaja, die Sozialbausiedlung Bole Arabsa, die Mittelstandswohnblocks Ayat Condominiums und die gated community CCD Homes. Vier unterschiedliche Kulissen für den tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel Äthiopiens, alle vier in Sichtweite voneinander, jedoch getrennt durch einen tiefen Graben, der Stadt von Nicht-Stadt, Gegenwart von projektierter Zukunft, Oromo von Amhara trennt: die Schlucht des Akaki Flusses.

Eine einzige Fussgänger-Brücke überspannt jenen „Rift“, Teil des großen Afrikanischen Grabenbruchs, der nicht nur die geographische und administrative Grenze von Stadt und Land darstellt, sondern an dem sich auch der symbolische Riss zwischen urbanem und ruralem Leben manifestiert, der sich in blutigen Konflikten zwischen den urban geprägten Amhara, den politisch dominanten Tigray und den Oromo-Farmern entlädt. Wer die Brücken überquert, um sich auf der jeweils anderen Seite niederzulassen, trifft dabei stellvertretend eine Entscheidung für die Zukunft eines ganzen Kontinents - rural oder urban, digital oder analog, agrarisch oder industriell.

Mit Rift Finfinnee setzt Daniel Kötter seine Untersuchung städtischer Peripherien fort, die er mit Hashti Tehran, unter anderem ausgezeichnet mit dem Sonderpreis des Deutschen Kurzfilmpreises, begonnen hat.