Kanya Ya Ma Kan, Beyrouth
Werk
Die zwei jungen Frauen Yasmine und Leïla, Muslimin die eine, Christin die andere, möchten die legendäre einstige Schönheit ihrer Heimatstadt Beirut nachempfinden. Zufällig gelangen sie in den Besitz zweier Filmrollen, die sie sich von dem alten Kinobetreiber Farouk vorführen lassen. In einem wunderschönen, halb zerfallenen Filmtheater entführt er sie mit seinen Erzählungen und den projizierten Bildern in eine Zeit, als Beirut ein „Filmstar“ war, Schauplatz für französische Kolonialromantik und Agentenfilme sowie Dreharbeiten von Werner Schroeter, Gordon Hessler und Henry Barakat. Jocelyne Saab war zeitlebens eine leidenschaftliche Cineastin und initiierte Anfang der 90er Jahre ein Projekt zum Wiederaufbau des libanesischen Filmarchivs. In diesem Zuge sammelte sie über mehrere Jahre hinweg Kopien und Fragmente von Werken der libanesischen Filmgeschichte, die sich durch den Bürgerkrieg in einem desolaten archivarischen Zustand befand. Aus diesem Projekt ging Saabs zweiter Langfilm hervor, der in einzigartiger Weise Spielfilmhandlung und Archivmaterial verwebt und wohl eine der schönsten Liebeserklärungen an das Kino als Medium des Träumens ist.