The Fine Thread of Deviation
Werk
Eine Expanded-Cinema-Gemeinschaftsarbeit zur Geschichte des Webens, der Automatisierung, der Toxizität und der Revolte. Das von Anne Low designte und gewebte seidene Tuch, das sich sanft im Luftzug der Betrachter*innen wiegt, ist die Projektionsfläche für den von Williams gedrehten Film. Tonaufnahmen der Produktion des Stoffs bilden den Soundtrack und sind Grundlage für das Montageprinzip des Films. Scheppern, Rattern und Stöhnen des Webstuhls und der Weberin erzeugen einen Rhythmus, der zugleich menschlich und mechanisch ist und um den herum der Film entsteht, dem sowohl das Webmuster dieses Tuchs als auch die binäre Logik eines jeden Webmusters – ein Faden über oder unter dem anderen – zugrunde liegt. Mit Texten, Fotos, Farbflächen und originalem wie gefundenem Filmmaterial verbindet der Film drei Stränge: den Streik der Seidenarbeiter*innen in Paterson, New Jersey im Jahr 1913; die Verwendung von Bewegtbild in Bewegungsstudien zur Regulierung und Beschleunigung mechanisierter Arbeit; und den giftigen roten Farbstoff Rhodamin B, der einst von aufbegehrenden Arbeiter*innen zur Sabotage verwandt wurde und heute Seidenraupen verabreicht wird, deren Körper so zu Mini-Färbereien werden.