Sämtliche Wunder

Werk


Juliane Henrich    → Biografie anzeigen   
Deutschland
2010

Irgendwo in Westdeutschland: ein Haus voller unbelebter Räume – angefüllt mit Gegenständen aus vergangenen Jahrzehnten: Familienfotos, verstaubte Bücher, Sinnspruch-Postkarten, unzählige Uhren; Möbel und Tapeten in den buntesten Farben der 60er Jahre. Die Bewohnerin des Hauses sieht diese Räume nicht mehr. Ihre Augen haben nachgelassen und ohne fremde Hilfe kommt sie nicht mehr in den ersten Stock. Doch ihr Alltag scheint ohnehin nur wenig mit Vergangenem behaftet. Beim Familienbesuch konzentriert sich alles auf das Hier und Jetzt – wohin gehen wir zum Essen, was kommt in den Nachrichten und vor allem: wie spät ist es? Sämtliche Wunder erzählt vom Alltag des Altseins. Dabei spart der Film aus, was der Protagonistin in ihrem Leben widerfahren ist, welche sämtlichen Wunder ihr begegnet sind, wie es im Knef-Song am Ende des Films heißt. Diese Lücke lässt Raum für die bloße Atmosphäre eines Ortes und das Wesen der Person, die untrennbar mit ihm verbunden scheint.