Tahrir im April

Werk


Tahrir im April
Tahrir im April
Tahrir im April
Tahrir im April
Juliane Henrich    → Biografie anzeigen   
Deutschland, Ägypten
2011

Kairo im April 2011 - auf dem Tahrir Platz finden die größten Proteste seit dem Sturz des Regimes im Februar statt. Die Demonstranten fordern Gerichtsverfahren gegen Mubarak und seine Gefolgsleute und die Absetzung des obersten Armeeführers Tantawi. Schließlich werden Mubarak und seine Söhne festgesetzt und das Militär räumt den Platz. Doch auch bei der Wiederbepflanzung des Tahrir gibt es verschiedene Lager, und auf der anderen Straßenseite wird weiter demonstriert. Die Filmemacherin versteht die Sprechchöre, die sie aufzeichnet, nicht und kann die Plakate, die ihr entgegen gehalten werden, nicht lesen. Als ob die Vorgänge dadurch verstehbarer würden, beschränkt sie sich auf das reine Aufzeichnen – und immer wieder geraten die Menschen in Fokus, die mit ihren Handykameras dasselbe tun. TAHRIR IM APRIL sucht nicht nach Erklärungen oder Perspektiven, sondern bildet einen Ausschnitt aus der Zeit des Macht-Vakuums ab. Die Euphorie der Revolution ist noch wahrnehmbar, aber allgegenwärtig scheint die Unsicherheit. Der Film lässt die Vorgänge unkommentiert stehen – von einer Außenstehenden wahrgenommen, die oft ganz unvermittelt in die beobachteten Situationen einbezogen und manchmal selbst zum gefilmten Objekt wird, wenn sich die Handykameras auf sie richten.