FIASKO – Fragmente nach dem gleichnamigen Roman von Imre Kertész

Werk


FIASKO – Fragments based on the Novel by Imre Kertész
Gusztáv Hámos    → Biografie anzeigen   
Deutschland
2010
Deutsch

FIASKO- FRAGMENTE NACH DEM GLEICHNAMIGEN ROMAN VON IMRE KERTÉSZ heißt der Splitscreenfotofilm, den Janet Riedel, Katja Pratschke und Gusztáv Hámos 2010 in Zusammenarbeit fertig gestellt haben.
Der Film beschreibt einen Neubeginn, nach Auschwitz, in einem menschenverachtenden totalitären System, dem Stalinismus, so wie es der Autor Kertész selbst erlebt hat. Der Film thematisiert im Grunde einfache existenzielle und damit auch hoch aktuelle Fragen: Wer bin ich? Was ist Glück? Wozu bin ich geeignet?

»Als wir angefangen haben Kertész Roman genauer zu studieren und Fragmente auszuwählen, trafen wir für die filmische Umsetzung ganz bewusste Entscheidungen:

1, Die Protagonisten, die Kertész beschreibt, sind in unseren Bildern abwesend, nur im Geist sind sie anwesend. Sie werden nicht von Schauspielern verkörpert dargestellt.
Steinig ist auf unseren Fotos zwar abwesend, aber wir denken ihn dort hinein, wie in einem Traum, der mit uns ein Spiel treibt, so als ob wir nicht anders könnten, als nur von seinem Leben zu träumen.

2, Die Stimme Steinigs ist auch die Stimme des Erzählers. Diese Stimme spricht in der Ich-Form für Steinig und als Erzähler spricht sie über Steinig. Diese Verdopplung funktioniert wie eine Gegenwartserinnerung, Erfahrung und Erinnerung spalten sich in der Gegenwart voneinander ab. In der Montage von Text und Bild entsteht dann eine Überlagerung von Zeiten, eine spannende Doppeldeutigkeit.

3, Die Zeit, in der die Handlung spielt, definiert Kertész in seinem Roman nicht.
Der Betrachter erahnt, leitet ab, assoziiert, deutet.
Wir haben nicht versucht Kertész Roman zu bebildern oder zu illustrieren, sondern begeben uns in einer detektivischen Fallstudie, die viele Jahre nach dem im Roman beschriebenen Ereignissen, die Spuren des »Verbrechens« sucht und findet.

4, Das Splitscreenverfahren ist die logische Entsprechung von Vermittlung, der im Roman angelegten Verschiebungen und Spiegelungen: Die Fotografien zum Roman sind in der Gegenwart entstanden, die Spuren der vergangenen Gesellschaftssysteme zeigen sich in Überlagerungen, in ambivalenten Gleichzeitigkeiten und in merkwürdigen Verdopplungen.«