Rien ne va plus

Werk


Rien ne va plus
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Gusztáv Hámos    → Biografie anzeigen   
Katja Pratschke    → Biografie anzeigen   
Deutschland
2005
Deutsch

Katja Pratschkes und Guzstáv Hámos’ Fotoroman RIEN NE VA PLUS (D 2005, 30’) erzählt in zwei fotografischen Bewegungen und als Hommage an zwei Filme – RASHOMON und L’ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD – die Geschichte von dem Flüchtling Igor und Frau Kah. Sie sterben zur gleichen Zeit und überqueren die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits. Im Schattenreich der Toten, einer Art gespiegelten Parallelwelt, begegnen sie sich zum ersten Mal. Der Film beobachtet die mühevolle Überwindung von Grenzen zwischen Bewegung und Stillstand, zwischen Leben und Tod. In unserem Fotofilm RIEN NE VA PLUS (D 2005) wird die Zeit zum zentralen Thema. Wir stellen die Fotos, das unbewegliche Lichtbild, das für die Vergangenheit steht, in einen kinematografischen Kontext. Der Filmstreifen des Kinos steht für das Werden, sein flüchtiges Erscheinen wird »im Jetzt« wahrgenommen. Wir schicken unsere Protagonisten auf eine Zeitreise, während der sie ihren eigenen Tod »erleben« werden. Wir gehen mit dieser Erzählkonstruktion inhaltlich in unserer Narration, auf das Dispositiv des Fotos und des Film ein. In RIEN NE VA PLUS dreht sich alles im Kreis. Nur mit sehr viel Mühe können die Protagonisten diese Kreise durchbrechen (und entkommen), ihr Schicksal ein wenig verändern. Was sie dabei nicht bedenken, sind die Auswirkungen ihres Handels für die anderen in ihrem sozialen Gefüge. Der Film basiert auf Jean-Paul Sartres Drehbuch Les jeux sont faits (Das Spiel ist aus). Der Wegweiser für unsere filmische Interpretation war der Film L’ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD (F/I, 1960) von Alain Resnais, nach dem Drehbuch von Alain Robbe-Grillet. Die Welt der Flüchtlinge knüpft an den Film RASHOMON (J 1950) von Akira Kurosawa an. Mit RIEN NE VA PLUS wollten wir eine Art Denkmal in Form eines »Zeitkristalls« setzen. Uns ging es nicht nur um eine »geschliffene Struktur für Sehende«, wie man Resnais’ Film charakterisierte, sondern um die Brechung des Lichtes und der Zeit, die uns verschiedene Welten nebeneinander - sogar ineinander - erscheinen lässt. Es ging uns um das »Ganze der Zeit«, darum, in einem Zeitraum gleichzeitig verschiedene Ereignisse zu zeigen, die zueinander Ähnlichkeiten aufweisen, die sowohl im Diesseits wie auch im Jenseits, sich unablässig wiederholen. Wir stellten uns vor, dass sich gleichzeitig verschiedene Variationen derselben Geschichte ereignen können.