mīler

Werk


mīler
mīler
Björn Speidel    → Biografie anzeigen   
Deutschland
2006

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Frage, weshalb sich der stereoskopische Film nicht als Standard etabliert hat.
Technische Gründe können nicht vorliegen. Bei der Einführung des Ton- bzw. Farbfilms waren seinerzeit die technische Bedingungen ausgesprochen aufwendig. Darüber hinaus stehen heutzutage unzählige Stereoskopietechniken zur Verfügung – sogar solche, die keine spezielle Brille mehr erforderlich machen.
Ich sehe den Grund für den seltenen Einsatz der Stereoskopie darin, dass ein Bild bereits ein Raumbild ist. Es gelten die klassischen Perspektivregeln, die der Urheber nutzt oder bricht. Es besteht keine Notwendigkeit der Stereoskopie, solange diese lediglich die Wahrhaftigkeit des Raumbildes steigert.
So ist das Potential der Stereoskopie frei für eine eigenständige (künstlerische) Ebene des Bildes.
Ausgangsmaterial dieses Films sind (einäugige) Motive von Bäumen, bzw. Wald, aus denen eine Auswahl getroffen wurde. Unterschiedliche Kasche begrenzen die einzelnen Einstellungen zu Panels. Diese Elemente sind in der Tradition des Strukturellen Films montiert. Grundlage ist ein globales Muster, das fünf mal unter veränderten Bedingungen durchlaufen wird. Der hieraus entstehende Rhythmus entspricht keinem Zeittackt – wie die Musik – sondern ist durch die Abfolge und Dauer der Einstellungen bedingt.
Diese Fünferfolge läuft auf drei stereoskopischen Raumebenen und (vereinfacht) auf zwei Tonekanälen in fünf unterschiedlichen Sortierungen parallel ab. Dadurch beginnen und enden die fünf Spuren gemeinsam, unterscheiden sich aber während des Films.
Hieraus ergibt sich ein Bild aus Synergien und Gegenläufen in einem dreidimensionalen Metapanel.
www.BjoernSpeidel.de
"In mīler wird die Idylle und Chaotik eines Waldes zum Ausgangspunkt einer filmischen 3-D-Komposition. Bildschichten lösen sich wie Häute von anderen Bildteilen ab und schweben wie autonome Intelligenzen in einem Raum, der keine perspektivischen Hierarchien mehr kennt." Heinz Emigholz, DVD-Edition des Filminstituts, UdK-Berlin, 2008
“For sure, they will be amazed by the reproduction of the reality just like the audience at the cinema in Paris back in 1895, when the Lumiere Brothers showed the first movie in human history. Thought made with the modern technology, his film will present the spectators with the unik ‘fun’ coming from the origin.”
Wook Steven Heo, Programmer EXiS 2007, Seoul