Dreams of a Virgin

Werk


Claudia Schillinger    → Biografie anzeigen   
BRD
1985
Kein Dialog

Dreams of a Virgin erzählt vom Wunsch polarisierte weibliche Rollenklischees zu verschmelzen, um dadurch eins zu werden. Durch Standbilder, Zeitlupenvideo und Doppelbelichtungen ergibt sich ein eigentümlich trennender Effekt: Berührung und Verschmelzung, die durch das Filmmaterial geschieht, zeigt die ersehnte Einheit als heterogene Mischung. Wie Wasser und Öl
bleiben die Elemente getrennt. Das Geschlecht, das nicht eins ist, erlebt sich hier als solches erst im bewussten Akt des Spiegelns, in dem Rahmung und Fragmentierung als lustvolles Mittel angeeignet wird.
(Filmwinter 96)
Dreams of a Virgin thematisiert den Wunsch nach Erfahrung der eigenen Körperlichkeit Claudia Schillinger formuliert die Frage nach der erotischen Identität der Frau über die Reflexion auf das eigene Abbild und die Möglichkeit, in ihrem Abbild die Körpergrenzen zu überwinden. Sie verdoppelt sich: Eine schwarzgekleidete Frau, zugeknöpft streng, eine weißgekleidete Frau im offenen Spitzenkleidchen. Standbilder; Zeitlupenvideo und Doppelbelichtungen ergeben einen eigentümlich dissoziativen Effekt: die zwei Frauen scheinen sich zu berühren, ineinander zu verschmelzen. Durch die Grobkörnigkeit des Bildes sind die Körperkonturen nicht scharf umrissen, sondern fließen -Metamorphose. Leider ist die Musik des Films weniger brüchig - sentimentalisiert die Bilder. Die Großaufnahme einer Klitoris bricht dann ein wie die Aufklärung in den Dämmerzustand: Aufblitzen erfahrener Körperlichkeit.
(Renate Lippert, in Frauen und Film, Heft 40, 1986)