Der Fater
Werk
DER FATER ist eine Collage aus authentischem alten Schwarzweißmaterial und modernen Farbaufnahmen. Das alte Material stammt vom Vater der Filmemacherin, der in den 30er Jahren in Ostasien Amateurfilme über sich, seine Aktivitäten, Besitztümer und Eindrücke drehte. "Konzept des Films war es, die Aufnahmen des Vaters so zum Sprechen zu bringen, dass sie ihre Bedeutung für die Tochter preisgeben, mit den Augen der Tochter - Jahrzehnte später - wahrgenommen werden. Die patriarchalen und kolonialistischen Gebärden des Vaters, sein Selbstbild, seine ausgelebten Männlichkeitsfantasien sollen ebenso zur Geltung kommen wie seine Eleganz, Attraktivität und ästhetische Begabung. Das Verhältnis der Tochter zum Vater ist komplex, einerseits kritisch, andererseits bewundernd und libidinös (schon aufgrund der Distanz zwischen beiden). Der Vereinnahmung der Welt durch den Vater, seinen männlichen Grenzüberschreitungen und Expansionen, steht die andersartige weibliche Sozialisation, aber auch die Aneignung der väterlichen Bilder durch die Tochter gegenüber. Doch das Autobiographische soll nur Anstoß und Material liefern, um generelle Züge der Beziehung zwischen Vätern und Töchtern augenfällig zu machen." (Christine Noll Brinckmann)