Die nahe Schwelle

Werk


Die nahe Schwelle
Die nahe Schwelle
Die nahe Schwelle
Steffen Ramlow    → Biografie anzeigen   
Deutschland
2003
Deutsch

DIE NAHE SCHWELLE ist eine persönliche Reflexion über das Wesen der Erinnerung und ihre Verflechtung mit Gefühlskomplexen wie Verlust und Trauer, Familiengeschichte und Imagination. Die Annäherung bewegt sich im Spannungsfeld von Erkenntnis und Vermutung, Ahnung und Verdrängung. Ausgangspunkt für die Frage nach der eigenen Identität ist der als traumatisch empfundene Tod des geliebten Großvaters. Die Erinnerung an ihn entstammt den Fotografien und Filmen des Großvaters Hans Ramlow. Fragen schließen sich daran an: Wie konstituiert sich Erinnerung: Aus Erzählungen, aus Bildern, aus Empfindungen? Wie ist das Wesen der Impulse, die, aus der Vergangenheit stammend, in die Gegenwart dringen? Der Großvater wird zum Zeichen der eigenen Identität in der Projektion und intuitiven Imagination. Die Verflechtung von Filmaufnahmen und Fotografien Steffen Ramlows und seines Großvaters lassen in der Montage ein Gefühl der Liebe anklingen. Die wiederkehrende Leere in den Bildern des Filmemachers widersetzt sich dem Horror vacui und erzeugt im visuellen Sinn eine melancholische Stille, die dem Zuschauer Raum lässt, seine eigene Familiengeschichte zu imaginieren. Persönliche Selbstporträts verweisen auf den schmerzhaften Prozess der Selbstfindung. Das Lächeln des Großvaters, als er am Strand den Sand durch seine Finger rinnen lässt, wird im Kontext dieses Filmes zum tröstlichen Zeichen der Akzeptanz des Vergehens der Zeit und damit auch des Todes.