Schuldnerberichte

Werk


Stefan Hayn    → Biografie anzeigen   
Anja-Christin Remmert    → Biografie anzeigen   
Deutschland
2001
Deutsch

Schuldnerberater und Wissenschaftler, die sich mit dem Anstieg der Privatverschuldung befassen, erklären, dass am Anfang fast jeder "Verschuldungskarriere" eine persönliche Krise stehe.
Arbeitsplatzverlust, Krankheit und Scheidung werden immer wieder als Beispiele angeführt.
Der Film untersucht die gesellschaftlichen Veränderungen, die den Rahmen für die privaten Krisen abgeben. Auf der Grundlage von anonymisierten Interviews werden sieben Verschuldungsgeschichten unterschiedlich filmisch inszeniert und ins Verhältnis gesetzt zu Gesprächen mit beruflich mit Privatverschuldung befassten. Die Protagonisten der Schuldnerberichte sind: ein Journalist, eine alleinerziehende Mutter, ein Rentner und ein Malermeister aus Westberlin, ein Computerfachmann und eine Wirtschaftskauffrau aus Ostberlin und ein Spielsüchtiger.
Zur Frage des Dokumentarischen: Der Film verweigert das Aufspüren und Ins-Bild-Setzen repräsentativer Authentizität genauso wie die Fiktionalisierung des dokumentarischen Materials. Er richtet sich in Form und Inhalt gegen den Neoliberalismus, d.h. gegen "die Metapher für die Tatsache, dass es einer relativ kleinen Gruppe von Kapitaleignern gelingt zum Zwecke der persönlichen Profitmaximierung möglichst weite Teile des gesellschaftlichen Lebens zu kontrollieren."