Psychic Tequila Tarot
Werk
Der Film PSYCHIC TEQUILA TAROT, der auf der gleichnamigen interactiven Live-Performance basiert, in der Isabell Spengler selbst die Hauptfigur verkörperte, veranschaulicht das Problem der Anpasssung und bearbeitet die Philosophie des menschlichen Willens in einer radikalen Parabel: Weibliche Wunscherfüllung als Talent und Krankheit:
In Form eines episodischen Roadmovies entfaltet sich die fiktive Autobiografie der selbst ernannten Wahrsagerin Leila. Dem all zu liberalen Elternhaus entkommen, versucht Leila ihre innere Leere mit den auf sie projizierten Wunschvorstellungen und Problemen anderer Leute zu füllen.
Auf einer Fahrt durch Kalifornien lädt sie wildfremde Leute zu kostenlosen Tequila-Tarot-Kartenlesungen in ihrem Auto ein, um in der Identifikation mit dem Anderen als dem Fremden einen Zugang zum eigenen Selbst zu finden bzw. ihm gleichermaßen zu entfliehen.
Dies führt zu einem symbiotischen Verhältnis gegenseitiger Ausnutzung. Während sich für die Kunden in der exzessiven geistigen wie körperlichen Hingabe Leilas die Möglichkeit einer Reflexion ihrer unterdrückten Wünsche und Impulse eröffnet, gewinnt die Kunstfigur Leila erst durch die Erfüllung und Personifizierung dieser Wünsche eine sich zunehmend verdichtende Identität. In Rückblenden mit Geschichten aus ihrer Kindheit gewährt Leila Einblick in die Entwicklung ihrer komplexen Ideologie.
„Als erklärter Blank Screen Character, der nur aus den auf sie projizierten Idealvorstellungen und Wünschen ihrer Kunden heraus existiert, führt Leila das Konzept der Anpassung ad absurdum: Sie verkauft ein Placebo, die Spiegelung des Kunden selbst. Doch dieser, durch die positive Spiegelung geschmeichelt, ist gerne bereit, sich selbst zu animieren. Authentizität oder die Bewahrheitung einer Prophezeihung spielen keine Rolle mehr in einem sich selbst reproduzierenden Disney-Land, in dem sich die Semiotik aufgelöst hat und die Qualität eines Rituals durch die erzeugte Adrenalinausschüttung bemessen wird.“
(Isabell Spengler)
In Form eines episodischen Roadmovies entfaltet sich die fiktive Autobiografie der selbst ernannten Wahrsagerin Leila. Dem all zu liberalen Elternhaus entkommen, versucht Leila ihre innere Leere mit den auf sie projizierten Wunschvorstellungen und Problemen anderer Leute zu füllen.
Auf einer Fahrt durch Kalifornien lädt sie wildfremde Leute zu kostenlosen Tequila-Tarot-Kartenlesungen in ihrem Auto ein, um in der Identifikation mit dem Anderen als dem Fremden einen Zugang zum eigenen Selbst zu finden bzw. ihm gleichermaßen zu entfliehen.
Dies führt zu einem symbiotischen Verhältnis gegenseitiger Ausnutzung. Während sich für die Kunden in der exzessiven geistigen wie körperlichen Hingabe Leilas die Möglichkeit einer Reflexion ihrer unterdrückten Wünsche und Impulse eröffnet, gewinnt die Kunstfigur Leila erst durch die Erfüllung und Personifizierung dieser Wünsche eine sich zunehmend verdichtende Identität. In Rückblenden mit Geschichten aus ihrer Kindheit gewährt Leila Einblick in die Entwicklung ihrer komplexen Ideologie.
„Als erklärter Blank Screen Character, der nur aus den auf sie projizierten Idealvorstellungen und Wünschen ihrer Kunden heraus existiert, führt Leila das Konzept der Anpassung ad absurdum: Sie verkauft ein Placebo, die Spiegelung des Kunden selbst. Doch dieser, durch die positive Spiegelung geschmeichelt, ist gerne bereit, sich selbst zu animieren. Authentizität oder die Bewahrheitung einer Prophezeihung spielen keine Rolle mehr in einem sich selbst reproduzierenden Disney-Land, in dem sich die Semiotik aufgelöst hat und die Qualität eines Rituals durch die erzeugte Adrenalinausschüttung bemessen wird.“
(Isabell Spengler)
