Terra em Transe
Werk
Land in Trance
Brasilien
1967
Portugiesisch (Brasilianisches Portugiesisch)
2005
Paulo, ein dichtender Intellektueller, schwankt zwischen den politischen Extremen. Zuerst verschreibt er sich dem rechtskonservativen Diaz, bis er dessen pseudoreligiösen Wahn durchschaut. Dann schlägt er sich auf die Seite von Vieira, dem populistischen Reformer, der das Land vom Elend befreien will. Doch seine wahre Liebe gilt Sara, der Kommunistin, die für Vieira arbeitet. Paulo muß erkennen, dass es beiden nur um Macht, nicht um Veränderung geht. Enttäuscht und verzweifelt macht er sich auf seinen eigenen Weg als Revolutionär, auf dem ihm auch Sara nicht mehr zu folgen vermag. "Terra em Transe" ist das Meisterwerk Glauber Rochas, des genialen Erneuerers des brasilianischen Kinos. Als erster Regisseur hat er hier ein komplexes Bild der Machtverhältnisse in seinem Land entworfen und bei seiner Kritik weder sich selbst noch die intellektuelle Elite geschont. Er zeigt Politik als Delirium und zwar mit den kongenialen Mitteln einer delirierenden Ästhetik: einer kunstvollen Mischung divergierender Elemente, dokumentarischer, surrealistischer, opernhafter, poetischer, mythologischer. Es gelingt ihm, aus dem irritierenden Wuchern heterogener Formen jene Symbiose zu schaffen, die er selbst einmal Tropikalismus nannte.
