Il vento, di sera
Werk
Der Bahnhof einer italienischen Großstadt. Es wird Abend. Einige Leute verschicken mysteriöse SMS-Mitteilungen. Marco setzt sich auf sein Fahrrad und fährt langsam nach Hause. Zur gleichen Zeit erwartet Paolo seinen Freund Luca zum Abendessen. Als Marco daheim die Tür öffnen will, wird er von zwei Schüssen getroffen. Da taucht zufällig Luca auf. Erneut fallen Schüsse, und Luca bricht schwer verletzt zusammen. Der entsetzte Paolo und seine Nachbarin Francesca fahren ihn ins Krankenhaus. Dort kommt es zu einem Streit zwischen ihm und dem behandelnden Arzt, der Paolo nichts über den Zustand von Luca sagen will, da er kein direkter Angehöriger ist. Doch von einem der herbeigeeilten Journalisten erfährt er, dass Marco ein wichtiger Politiker und Mitglied der italienischen Regierung war und Luca gestorben ist. Der Mensch hängt an einem dünnen Lebensfaden wie Blätter, die “ein Windhauch davontragen könnte” (B.M. Koltès). Der Wind, der die Liebe des Protagonisten davonträgt und sein Leben ändert, trifft mit einem Gewaltakt zusammen, der das soziale und politische Leben des ganzen Landes nachhaltig verändert. Die Ungeheuerlichkeit des terroristischen Anschlags wird nicht nur durch den tragischen Mord unterstrichen, sondern auch durch den Höhepunkt der Spannung und die Atmosphäre in der nächtlichen Stadt, durch die kontinuierlich Polizeistreifen fahren.