Lacapagira
Werk
Bari, in den letzten Tagen eines sehr kalten Winters. Eine Bande kleiner Gauner treibt sich in der Vorstadt herum, auf der Suche nach einem wertvollen Päckchen, das vom Balkan aus abgesandt wurde, aber nie bei seinem Empfänger eintraf. Eine für unsere Gauner wichtige Ware – und für den Zuschauer einen Generalschlüssel zu den Türen einer überraschenden städtischen Unterwelt. “Pivas Film ist eine schwarze Komödie, die virtuos die Balance zwischen verschiedenen Ausdrucksformen hält. Doch was zählt, ist nicht die Geschichte, sondern sind die Personen und Situationen. Da ist der kleine Boss aus der Altstadt, ‘Carrarmato’, ein Heer von Hilfsarbeitern und Technikern des Verbrechens, von denen man annehmen kann, daß eine verzweigte Organisation sie lenkt. Da ist der freundliche Schutzmann und der mißtrauische Polizist. Sie alle leben in einer wilden und alles verschlingenden Gegenwart, bewegen sich als ‘padroni’ zwischen den toten Zonen und den dunklen Punkten der Stadt, den Ghettovierteln mit illegalen Müllbergen, den verlassenen Grundstücken und leeren Ackerflächen. Sie kontrollieren das Terrain, sind dabei tüchtig, aber nicht zu sehr, befolgen Kodices und besondere Sprachregelungen. Der Film verurteilt sie nicht, sondern beschreibt ihr Dasein, das muß genügen. Er gibt den Vorfällen der schwarzen Chronik, wie die Zeitungen sie aus Puglien reichlich vermelden, einen Sinn.“ Fabrizio Versienti