Histoires d'Amérique
Werk
Wie auf einer Theaterbühne treten nahe der Williamsburg Bridge im nächtlichen New York Menschen vor die Kamera und erzählen eine Geschichte. Gemeinsam ist ihnen die Erfahrung der ersten Generation jüdischer Flüchtlinge aus Osteuropa, die vor Pogromen und Vernichtung aus der alten in die neue Welt fliehen konnten. Es sind Geschichten von Überlebenden, aber nun Heimatlosen, gefunden in jiddischen Zeitungen, gesprochen von Schauspielern und durchsetzt mit jüdischen Witzen, die wie Boulevardtheatersketche inszeniert sind. Ein Diaspora-Film zwischen Fiktion und Dokument, Tragik und Komik, der kollektive Erinnerung gegen die Verdrängungen der Elterngeneration wachhalten möchte. Zum Problem der Tradierung sagt Chantal Akerman zu Beginn aus dem Off: "Meine eigene Geschichte ist voll von Lügen und voll von Rissen und ich habe nicht einmal ein Kind."
