Die Ehe der Maria Braun

Werk


Rainer Werner Fassbinder    → Biografie anzeigen   
BRD
1978
Deutsch

Maria (Hanna Schygulla) und Hermann Braun (Klaus Löwitsch) bleibt nach ihrer Hochzeit mitten im 2. Weltkrieg nur eine gemeinsame Nacht. Bei Kriegsende ist er in Russland vermisst, während Maria im Nachkriegsdeutschland ihre Chancen ergreift und den gesellschaftlichen Aufstieg schafft. Wie die junge Bundesrepublik steckt sie ihre ganze Energie ins aufblühende Wirtschaftswunder und trennt dabei Geist und Körper, Verstand und Gefühl.
Fassbinder nutzt diese melodramatische Geschichte, um einen distanziert-pessimistischen Blick auf die unmittelbare Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland zu werfen. Maria Braun wird dabei vielfach als Verkörperung des deutschen Wirtschaftswunders gesehen, das Wohlstand nur um den Preis des Verdrängens von Gefühlen brachte. Die Ehe der Maria Braun bildet den Auftakt zu Fassbinders sogenannter BRD-Trilogie, die ihre Fortsetzung in den Filmen Lola (1981) und Die Sehnsucht der Veronika Voss (1982) fand − es sind ebenfalls Bestandsaufnahmen der deutschen Nachkriegszeit aus spezifisch weiblicher Sicht.