Damned If You Don't

Werk


Damned If You Don't
Damned If You Don't
Su Friedrich    → Biografie anzeigen   
USA
1987
Englisch

„DAMNED IF YOU DON'T ist eine Verschmelzung verschiedener Elemente ganz unterschiedlicher Kino-Traditionen: Der Film beginnt mit einer neckischen Zusammenfassung / Kritik des Melodram BLACK NARCISSUS (1947) von Michael Powell und Emeric Pressburger, den sich die weibliche Protagonistin im Fernsehn anschaut. Die nachfolgende Verfolgung der Nonne durch eine Frau ist mit dokumentarischen Bildern von Nonnen und Konventen verwoben; mit einer formell großartigen und metaphorisch suggestiven Passage, die sich konzentriert auf Schwäne, im Wasser schwimmende Schlangen und weiße Wale im New York City Aquarium. Dadrüber hinaus finden sich viele Informationen auf dem Soundtrack: ein Interview mit einer High-School Freundin (Makea McDonald), Abschnitten aus Judith C. Browns Buch: Immodest Acts: The Life of a Lesbian Nun in Renaissance Italy und Momenten selbstreflexiver Gespräche...
DAMNED IF YOU DON'T ist auf zwei unterschiedlichen Ebenen ein mutiger Film. Unbestreitbar ist es bereits höchst ungewöhnlich, Nonnen (selbst nur scheinbar) anzugreifen; und dies zu tun mit Humor und in Form eines Ausdrucks lebischen Begehrens, dürfte auf einige Zuschauer ausgesprochen verstörend wirken. Die Liebesszene, in der der Troyano-Charakter die Nonne entkleidet, ist ebenso unverblümt, wie lustvoll.
Die zweite Ebene von Friedrichs Courage liegt in ihrer Zurückweisung dessen, das als eines der zentralen Leitgedanken feministischen Filmes seit Mitte der 70er Jahren verstanden wurde. Als man den filmischen Blick als grundlegend (oder zumindest traditionell) männlich erkannte, folgerten einige FilmemacherInnen und KritikerInnen, traditioneller Filmgenuss sei eine implizite Akzeptanz des patrisrchischen Systems. Demnach schien es notwendig, weibliche Sexualität und Nacktheit im Dienste eines progressiven Feminismus aus dem ernstzunehmenden Kino auszulöschen...
Friedrich dürfte wohl ursprünglich mit jener feministischen Position sympathisiert haben, aber in DAMNED IF YOU DON'T wird ihr die Sackgasse dieser Überlegungen bewusst, die letztendlich eben gerade das pariarchische System wiederbestätigt.“ (Scott MacDonald)