Eliso
Werk
Das Meisterwerk des georgischen Stummfilms erzählt vor dem Hintergrund der Vertreibung der Tschetschenen aus dem Kaukasus im 19. Jahrhundert eine Liebesgeschichte zwischen der muslimischen Tschetschenin Eliso, Tochter des Clan-Chefs Astamir, und einem christlichen Chewsuren, der dem Bergvolk mit Waffenlieferungen helfen will. "ELISO, der als Triumph des georgischen Kinos gefeiert und augenblicklich zu einem sowjetischen Filmklassiker wurde, ist auch heute noch eine Offenbarung. Der Film markierte das Aufkommen einer neuen Nationalästhetik, die georgische Traditionen mit den Errungenschaften moderner Montagetechnik verband. Expressiver Minimalismus ersetzte die dekorative Exotik früherer georgischer „Modell-Filme“. Der Film ist reich an gut getroffenen Porträts und Landschaften, erfüllt von beredten Details und Dramatik und voll sowohl strukturell als auch emotional bedingter Rhythmus- und Tempowechsel – von statischen, freskoartigen Kompositionen bis hin zu rasend schnell geschnittenen Szenen emotionaler Anspannung. Berühmt wurde die Szene des impulsiven Tanzes der deportierten Tschetschenen. ELISSO hat seine Kraft und historische Relevanz beibehalten, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der sich heute im Kaukasus abspielenden Dramen." Sergei Kapterev, Le Giornate del Cinema Muto, 2011
