Spanien!

Werk


BRD
1973
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1973
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Peter Nestler, Expose für WDF, April 1973: Ein Film, der in Franco-Spanien gedreht wurde, aber auch in schwedischen Städten, in Helsinki, im Saargebiet, in Budapest. Es kommen Leute zu Wort, die in den Jahren 1936 bis 39 geholfen hatten, die bürgerliche Demokratie Spaniens gegen den Angriff des Faschismus zu verteidigen. Einer von ihnen sagt, aus Loyalität gegenüber dem spanischen Volk hätten sie in der spanischen republikanischen Armee gekämpft. Fast die Hälfte dieser Freiwilligen der Freiheit ist gefallen. Viele sind nach dem spanischen Krieg in ihren Heimatländern verfolgt worden, Deutsche und Finnen wurden in Konzentrationslagern gequält. Das Erzählen vom spanischen Krieg, von der Situation im eigenen Land damals und heute, wird im Film den Bilddokumenten gegenübergestellt. Filmbilder aus dem heutigen Spanien haben Zusammenhang mit den Aussagen der Spanienfreiwilligen. Es wird deutlich, dass der Spanienkrieg kein isoliertes Geschehen war, der Vergangenheit zugeordnet und nur Spanien betreffend. Der Film zeigt Veränderungen und Erstarrungen.

Vieles hat sich im Franco-Spanien von 1973 geändert. Mehr als 30 Millionen Badegäste wurden im vorigen Jahr in Hotels, Bungalows und Apartments untergebracht. Fischer und Bauern mussten von der Küste wegziehen oder verdingten sich als Dienstleute in Badestädten, die übervölkert sind und doch tote Städte. Das Kapital aus der Tourismusbranche und anderes Kapital aus dem Ausland bewirken eine Konjunktur: Fabriken werden gebaut und viele Arbeiter wohnen jetzt in Häusern aus Beton statt in Hütten aus Verpackungsmaterial. Drei Millionen spanische Bauern und Arbeiter verließen ihr Land 1972. Die Preise Für Lebensmittel steigen rasch und Arbeiter, die streiken, werden von der Polizei niedergeknüppelt, verhaftet, beschossen. Im Spanien von 1973 hat sich vieles geändert, aber der Faschismus ist geblieben.
Geblieben sind auch die zerschossenen Bauernhäuser im Aragon. Abseits der Touristenstraßen stehen Dörfer in Ruinen, seit 35 Jahren: Corbera zum Beispiel, oder Belchite. Am Rand der Ruinendörfer wurden neue Häuser gebaut.
Der Widerstand gegen das Franco-Regime ist in den vergangenen Jahren sehr gewachsen. Die stärkste Kraft der Opposition sind die Arbeiterkommissionen. Gegen sie vor allem richtet sich die Unterdrückung, Mitglieder der Arbeiterkommissionen berichten im Film.

In Spanien haben die USA gewaltige militärische Anlagen. Die Anwesenheit der Amerikaner bedeutet eine Stabilisierung des Franco- Régimes.