Silver City
Werk
Wim Wenders (* 14. August 1945 in Düsseldorf) zählt seit vier Jahrzehnten zu den bedeutendsten Autoren des Gegenwartskinos. Er war, neben Rainer Werner Fassbinder und Werner Herzog, der herausragende Vertreter des Neuen Deutschen Films und der erste deutsche Regisseur seiner Generation, dem der Sprung in die USA und die Synthese von Massen- und Autorenkino gelang. In seinem Werk lassen sich, bei aller Vielfalt der Formen und Genres, einige immer wiederkehrende Aspekte ausmachen: die Reflexion über die Produktion von Bildern und den Niedergang der Kinokultur, eine herausgehobene Rolle der Musik, die Vorliebe für das Kino von John Ford und Yasujiro Ozu, das Interesse an der genauen Beobachtung von Bewegungen – Fahrten, Ortsveränderungen, Reisen, Begegnungen – und, häufig damit in Verbindung stehend, ein ambivalentes Verhältnis zu "Amerika". Viele von Wenders' Filmen sind Road Movies, die von Ausbruch aus dem Alltag, neuen Erfahrungen und Abenteuern ebenso erzählen wie von Ruhelosigkeit, Heimatlosigkeit, Fluchtbewegungen und unbestimmter Suche, in denen Amerika als Fluchtpunkt – vor allem in Wenders' frühen Filmen – eine entscheidende Rolle spielt.
1971 gründete er mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films den Filmverlag der Autoren. Von 1991 bis 1996 war Wenders Vorsitzender der Europäischen Filmakademie und war seitdem bis Ende 2020 deren Präsident. Außerdem war er von 2002 bis 2017 Professor für Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.