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Manoel de Oliveira
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Manoel de Oliveira (1908–2015) gilt als einer der bedeutendsten portugiesischen Filmregisseur. Er hat durch sein umfassendes Werk weltweites Renommee erlangt. Bis zu seinem Tod mit 106 Jahren war er der älteste aktive Filmregisseur, noch 2014 realisierte er einen Trailer für die Viennale. Oliveiras Werk ist weitgespannt und thematisch schwer einzugrenzen. Es ist vielfach verwurzelt in der Welt der Literatur und des Theaters, das gilt für die Klassik ebenso wie die Moderne. Durch Oliveiras Bearbeitung der Stoffe und eine besondere stilistische Eigenart erhalten seine Filme jedoch eine andere Dimension. Der Zuschauer wird distanziert, plötzlich ergeben sich neue Perspektiven, der Unterschied zwischen Realität und Fiktion rückt selbst ins Blickfeld. Durch die Zuspitzung von melodramatischen Elementen, durch Einrahmung oder Parallelhandlungen kippt die Erzählung in Oliveiras Filmen zuweilen ins Surreale oder Parabelhafte, erreicht eine andere Wirklichkeitsebene. Oliveiras Filme haben bei all ihrer Komplexität oft auch eine subtile satirische Dimension, sie sind durchwirkt von feiner Ironie und Doppelbödigkeit. Er meditiert über die Vergeblichkeit von Liebesbeziehungen, stellt existentielle Grundfragen, dann wieder unternimmt er Streifzüge durch Länder, Kontinente und Epochen der Geschichte. Den Realismus des Erzählens durchbrechen seine Filme, indem die Darsteller in die Kamera blicken oder die Texte rezitieren anstatt zu "spielen". Dadurch rückt Oliveira in die Nähe von Jean-Marie Straub und Danièle Huillet. Andererseits ist er in seinen Bildkompositionen ein Verwandter von Dreyer und Bresson. Oliveiras Filme waren vielfach im Programm des Arsenals und des Internationalen Forums präsent, der Regisseur selbst war oft unser Gast.
Manoel de Oliveira (1908–2015) gilt als einer der bedeutendsten portugiesischen Filmregisseur. Er hat durch sein umfassendes Werk weltweites Renommee erlangt. Bis zu seinem Tod mit 106 Jahren war er der älteste aktive Filmregisseur, noch 2014 realisierte er einen Trailer für die Viennale. Oliveiras Werk ist weitgespannt und thematisch schwer einzugrenzen. Es ist vielfach verwurzelt in der Welt der Literatur und des Theaters, das gilt für die Klassik ebenso wie die Moderne. Durch Oliveiras Bearbeitung der Stoffe und eine besondere stilistische Eigenart erhalten seine Filme jedoch eine andere Dimension. Der Zuschauer wird distanziert, plötzlich ergeben sich neue Perspektiven, der Unterschied zwischen Realität und Fiktion rückt selbst ins Blickfeld. Durch die Zuspitzung von melodramatischen Elementen, durch Einrahmung oder Parallelhandlungen kippt die Erzählung in Oliveiras Filmen zuweilen ins Surreale oder Parabelhafte, erreicht eine andere Wirklichkeitsebene. Oliveiras Filme haben bei all ihrer Komplexität oft auch eine subtile satirische Dimension, sie sind durchwirkt von feiner Ironie und Doppelbödigkeit. Er meditiert über die Vergeblichkeit von Liebesbeziehungen, stellt existentielle Grundfragen, dann wieder unternimmt er Streifzüge durch Länder, Kontinente und Epochen der Geschichte. Den Realismus des Erzählens durchbrechen seine Filme, indem die Darsteller in die Kamera blicken oder die Texte rezitieren anstatt zu "spielen". Dadurch rückt Oliveira in die Nähe von Jean-Marie Straub und Danièle Huillet. Andererseits ist er in seinen Bildkompositionen ein Verwandter von Dreyer und Bresson. Oliveiras Filme waren vielfach im Programm des Arsenals und des Internationalen Forums präsent, der Regisseur selbst war oft unser Gast.
Frankreich
1986
Französisch
1987