Meditation on Violence

Werk


Maya Deren    → Biografie anzeigen   
USA
1948
Stumm
1974
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Meditation On Violence, chinesischer Schwerttanz und Film, zwei Bewegungskünste von Maya Deren so meisterhaft abgebildet und eingesetzt, daß sie sich in Wesen und Erscheinung gegenseitig analysieren. (Heinz Emigholz) Die Struktur von Meditation On Violence greift jene von Choreography for Camera in einem größeren Ansatz auf, mit einer entsprechenden Spannungsabnahme. Derens eigene Aufzeichnungen über den Filmdreh verdeutlichen eine Struktur aus zwei parabolen Kreisbögen. Der Theorie folgend beschreibt der Film in einem durchgängigen Bewegungsfluss drei Arten des traditionellen Chinesichen Nahkampfes – Wu-tang, Shao-lin und Shao-lin mit Schwert. Eine lange Einstellung des ballett-ähnlichen, geschmeidigen Wu-tang wird zu dem abrupteren Shao-lin; dann folgt für zwei bis drei Minuten ein Mittelteil mit gezücktem Schwert; plötzlich die vorherige Sequenz durchbrechend und die Mitte dieses Mittelteils bildend: ein lang gehaltenes, erstarrtes Bild, wie ein Höhepunkt. Danach kehrt der Kämpfer über den Shao-lin zurück zum originalen Wu-tang. Für jede der Wandlungen verändert sich der Hintergrund des Bildes sowie der Kamerastil... Die Montage beginnt flüssig und reibungslos, wird dann zunehmend betont und kantig. Der Schwertkampf findet draußen statt und wird durch 'jump-cuts', 'slow-motion' und das Standbild eingefangen... Das Potential einer Phänomenologie des Kinos ist in den Aufzeichnungen zu Meditation On Violence bereits implizit und wurde u. a. von Stan Brakhage und Michael Snow realisiert; und so lassen sich ihre Erfolge in Teilen auf die Visionen Maya Derens zurückverfolgen. (P. Adams Sitney)