Landscape Suicide
Werk
Landscape Suicide ist eine kühl-sachliche Untersuchung über Geografie und Mord anhand zweier Fälle, die sich 1984 bzw. 1957 ereigneten: die Ermordung einer kalifornischen Schülerin und die berühmt-berüchtigte Saga des Mörders Edward Gein, der seine Opfer zerstückelte und die Leichenteile präparierte (und Hitchcock zu Psycho inspiriert haben soll). Der Film erzeugt durch seine zurückhaltende Lesart der Verhör- und Gerichtsprotokolle und durch seine verblüffenden Bilder von den Orten, an denen diese Menschen lebten und starben, kein blutrünstiges Schaudern, sondern vielmehr eine Atmosphäre von gespenstisch anmutender Nüchternheit. Die Struktur des Films entspricht dem Inhalt: Die Monotonie der Gesten, der Sprache, des Lebens und der Umgebung erzeugt ein Gefühl für die Unausweichlichkeit der zufälligen Situation, in denen die Morde geschahen. „Mich interessiert das Leben, der Tod und der Ort, aber aus einer gewissen Distanz heraus. Und nur fragmentarisch, so dass der Betrachter den Rest hinzufügen muss. Damit Bedeutung entsteht. Um Erinnerungen wachzurufen. Manchmal in der realen Zeit und für einige Dauer, als Denkanstoß oder im Nachvollzug einer Erinnerung." (James Benning)
