Format: Betacam SP
Verleihstatus: Ausleihbar
Fassung: OF
Laufzeit in Minuten: 100
Farbe: Farbe
Anzahl Akte: 1
Spätestens nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns im Herbst 1976 entwickelte sich in der DDR in zunehmendem Maße eine Kultur, die sich bewusst von den offiziellen Apparaturen der Kunstproduktion und -verbreitung abgrenzte und sich eigene Strukturen schuf. Dieser subkulturelle Ansatz fand sich auf dem Gebiet der Malerei und Fotografie ebenso wie in Literatur, Musik und Film. Neben Selbsthilfezeitschriften sorgten auch Galerien für eine öffentliche Wahrnehmung dieser künstlerischen Emanzipationsbewegung. Die EIGEN+ART kann in diesem Kontext als Modellfall für zivilgesellschaftliche Courage im letzten DDR-Jahrzehnt betrachtet werden. Hier wurde ein wirksames Refugium geistiger Autonomie geschaffen, in dem sich junge Kreative einen selbst bestimmten Raum des künstlerischen Austausches schufen. Dieser geschaffene Freiraum konnte jedoch nur innerhalb eines Prozesses behauptet werden, an dem viele Akteure zuvor als Wegbereiter beteiligt waren. Es waren verschiedene, bis in die 70er Jahre zurückführende Einzelinitiativen, mit denen die Erosion der staatlichen Kontrolle stückweise vorangetrieben wurde. Sie stellen sich dadurch als Facetten einer gesellschaftlichen Entwicklung dar, die schließlich in die friedliche Revolution des Herbstes 1989 mündeten. Der Film erzählt die Geschichte dieser „anderen DDR-Kultur“ in einem Dialog zwischen aktueller Betrachtung und dokumentarischen Aufnahmen. Er verweist auf Hintergründe und Widersprüche und gräbt nach den Wurzeln, die zu ihrer Entstehung führten.
