Plateau

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Format: Betacam SP
Verleihstatus: Ausleihbar
Fassung: OF
Laufzeit in Minuten: 28
Farbe: Farbe
Anzahl Akte: 1

Plateau ist ein Experimentalfilm, der das Potential der Bildfläche untersucht. Beobachtungsobjekt ist die Spree in der Berliner Innenstadt. Eine eigenwillige Vereinigung von repräsentativen und funktionalen Architekturen unterschiedlicher Zeiten – durchströmt von einem steten Fluss. Darin unterwegs Schiffe, die sich zeigen oder dem Blick entziehen. Ausgangspunkt war der Wunsch, sich von dem industriell vorgegebenen Format zu lösen. Nichts spricht für die besondere Qualität eines rechteckigen Bildausschnitts. Jede Einstellung wird durch einen individuellen Kasch beschnitten, dessen Form sich an Elementen des repräsentativen Bildinhalts orientieren. Auf diese Weise wurden jene Teile entfernt, die sich gewöhnlich als Hintergrund in den Bildausschnitt drängen. Deren Eliminierung hat aber keineswegs eine vollständige Abwesenheit zur Folge. Die Spiegelungen auf der Wasseroberfläche und die Stadt-Atmo der Tonebene verweisen auf das Off. Diese Außerwelt hat nichts mehr mit der Fortsetzung des aufgenommenen Orts zu tun. Stattdessen entsteht eine weitere, neue Bildebene. Der Fokus konzentriert sich auf die verbliebenen, privilegierten Elemente. So ist das Bild der Welt entnommen und entfaltet nun seine eigene Welt des Bildes, bestehend aus sich gegenseitig determinierendem On-Screen und Off-Screen. Die lineare Struktur des Films ist um eine Mitte konstruiert. Ein Teil der Einstellungen wiederholt sich, unter umgekehrten Bedingungen, symmetrisch auf beiden Seiten der Mitte. Diese Einstellungen werden durch unsymmetrische, solitäre Einstellungen abgewechselt. Die einzelnen Einstellungen sind ineinander verschachtelt, unterbrochen durch Phasen, in denen das Bild vollständig abwesend ist bzw. das Off den gesamten Screen einnimmt. "Plateau zeigt einen von Bauwerken gerahmten Flusslauf. Das Schwarz jenseits des konventionellen Bildrechtecks wächst entlang architektonischer Linien in die Bildflächen hinein und erzeugt immer neue Bildfelder. Brücken führen ins Nichts, im Wasser spiegelt sich ein nicht mehr vorhandener Himmel. Jede neue Einstellung interpretiert die Welt um, anstatt sie als Dokumentation zu affirmieren." (Heinz Emigholz, DVD-Edition des Filminstituts, UdK-Berlin, 2008)
Björn Speidel    → Biografie anzeigen   
Deutschland
2005