Wirkungweise trennender Werkzeuge

AV Medien | zum Werk


Format: Betacam SP
Verleihstatus: Ausleihbar
Fassung: OF
Laufzeit in Minuten: 9
Farbe: Farbe
Ton: Stereo
Anzahl Akte: 1

WIRKUNGSWEISE TRENNENDER WERKZEUGE ist eine Bild/Ton/Sprach-Dekomposition von 16mm Lehrfilmmaterial ("Unterrichtsmittel") aus den Jahren 1972 bis 1976 der DDR, sowie dem kurzem Stück Zelluloid, das zum Einfädeln des Films benötigt wird. Formal lotet der Film das Bild als Rahmen aus, versetzt den Bildstrich immer wieder neu, teilt das Bild immer wieder neu ein. Ein Mädchen und ein Junge geben sich mechanischen Arbeiten hin, dem Sägen und Feilen, werden dabei kommentiert von einer monotonen Frauen- und Männerstimme, deren dogmatische, passionslose Lehrsätze sich verweben, behindern, und sich in einem religiös anmutenden, fast schmerzlichen Nachsprechgebet und schliesslich im redundant melodischen auflösen. Die Sätze, die die mechanisch repetitiven Bewegungen der Protagonisten begleiten, rythmisieren sich zu einem Duktus, der zunehmend semantisch entleert wird und in eine meditative Leere führt. Man fühlt sich erinnert an die vielen Schulstunden, die vorbeizogen mit von Phantasie getragenen Blicken aus dem Fenster, die sich hinter der Ebene des Geschehens fokussierten. Im Film spiegelt sich die Gedankenwelt der Arbeitenden in der Materialität des Zelluloids. So wie die Werktätigen die Werkstücke bearbeiten und Späne von ihnen hobeln, so materialisiert der Film ihre innere Projektion vor Bruchstücken des Zelluloids.
Meggie Schneider    → Biografie anzeigen   
Deutschland
2006
Deutsch