Claude Lanzmann→ Biografie anzeigen← Biografie schließen Claude Lanzmann wurde 1925 in Paris geboren. Als Gymnasiast beteiligte er sich 1943 an der Résistance in Clermont-Ferrand. Nach dem Krieg studierte er in Tübingen Philosophie und arbeitete von 1948 bis 1949 als Lektor an der Freien Universität Berlin. Später gehörte er zum Freundeskreis von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Seit 1952 war er Mitarbeiter der Zeitschrift "Les Temps Modernes", die Sartre 1945 gegründet hatte, seit 1986 ist er deren Herausgeber. Lanzmann war Mitunterzeichner des Manifests der 121, das gegen Ende des Algerienkrieges die französische Repression in Algerien anprangerte. 1967 gab er eine Sondernummer der "Temps Modernes" heraus, die sich mit dem israelisch-arabischen Konflikt auseinandersetzte. Seit den 1970er-Jahren ist Claude Lanzmann außerdem als Filmemacher tätig; in seinen Werken beschäftigt er sich vor allem mit der jüdischen Identität und der Aufarbeitung des Holocausts. Claude Lanzmann wurde für "Shoah" 1986 unter anderem mit dem Caligari-Filmpreis des Internationalen Forums des Jungen Films ausgezeichnet, im gleichen Jahr erhielt er den Preis für den besten Dokumentarfilm bei den Boston Society of Film Critics Awards und 1987 den Flaherty Documentary Award der British Academy Film Awards.
Filmografie: 1972: Warum Israel (Pourquoi Israel), 1985: Shoah (Shoah), 1994: Tsahal (Tsahal), 1997: Ein Lebender geht vorbei. (Un vivant qui passe), 2001: Sobibor, 14. Oktober 1943, 16 Uhr (Sobibor, 14 octobre 1943, 16 heures), 2010: Der Karski-Bericht, 2013: Der letzte der Ungerechten (Le Dernier des Injustes).