distortion

Datei | zum Werk


Format: Datei
Verleihstatus: Ausleihbar
Fassung: OF
Laufzeit in Minuten: 5
Auflösung: 1920x1080
Größe: 926,1 MB
Container: MPEG-4
Codec: H.264, PCM
Farbe: S/W-Farbe
Ton: Stereo
Bildformat: 1:1,33
Bilder pro Sekunde : 25

→ DCP, OF

Rückblickend nennt Hans Richter 1949 distortion – Verzerrung, Entstellung, Verdrehung – als ein wesentliches Element im Köcher der historischen Film-Avantgarden. Das Interesse der kommerziellen Filmproduktion an solchen Effekten sei enden wollend gewesen: "Keines dieser ´poetischen Verfremdungsverfahren´ war urheberrechtlich geschützt; die Filmindustrie hat sie trotzdem nicht angerührt." (1) In distortion kehrt die Bildverzerrung fulminant wieder, und zwar ausgerechnet als kommerzielles Copyright-Instrument. Materialbasis des Videos sind DVD-Kompilationen von (großteils kanonischen) experimentellen, ephemeren und Animationsfilmen. Deren Kopierschutz-Enkodierung erzeugt beim Vervielfältigen digitale Artefakte, die nun Bildfindungen von Duchamp, Léger oder Lye – je nach Blickwinkel – entweder schlicht verstümmeln oder aber in eine Entstaltung zweiter Ordnung überführen: Lippen verrutschen, Fehlfarben blitzen, Oberflächen schillern, ein Büffel zerstäubt.
Lydia Nsiah    → Biografie anzeigen   
Österreich
2016
Kein Dialog