Format: Datei
Verleihstatus: Ausleihbar nach Rücksprache
Fassung: OF
Laufzeit in Minuten: 6
Auflösung: 720x576
Größe: 1,4 GB
Container: AVI
Codec: DV, PCM
Farbe: Farbe
Ton: Stereo
Bildformat: 1:1,33
Bilder pro Sekunde : 25
Anzahl Akte: 1
In dem dreiteiligen Fotofilm verwende ich zwei Portraits - je zwei Handabzüge eines KB-Farbnegativs.Die nebeneinander montierten Selbstportraits habe ich 1998 mit dem Abstand von einer Woche aufgenommen. In UNILATERAL geht es um das Gespräch mit sich selbst. Dieses Selbstgespräch findet zu allererst und selbstverständlich dann statt, wenn ein Künstler sich selbst als Modell nimmt. Es findet im Schaffensprozeß statt, sich selbst immer als Objekt vor Augen. Es findet im Betrachter statt und immer wenn ein Mensch sich mit der eigenen Person auseinadersetzt und sich im Bezug zur Außenwelt hinterfragt. Zuletzt und am intensivsten dann, wenn ein Mensch in der Kommunikation mit der Aussenwelt in Schwierigkeiten gerät, auf sich selbst zurückgeworfen wird und als Folge davon in sich gefangen ist. Da bleibt oft nur noch das Selbstgespräch. Das fügt sich in UNILATERAL zu einem fließenden Bewegtbild zusammen. Inspiriert haben mich klassische Portraits aus der Ölmalerei die ich über Wochen vorallem im Kunsthistorischen Museum betrachtet habe. Diese Inspiration ist am deutlichsten im ersten Teil "prolog" zu sehen. Die Vorbilder habe ich auf Werke folgender Maler eingeschränkt und sie in willkürlicher Reihenfolge (chronologisch nach Geburtsdatum) in den Fotofilm einfließen lassen: Van Eyck, Tizian, Lotto, Holbein, Tintoretto, Rembrandt und Vermeer. Die Wahl ist eine persönliche, die ich dadaurch getroffen habe, welche Maler mich am meisten berührt haben. Mich interessierte dabei wie und mit welchem Schwerpunkt ist das menschliche Gesicht dargestellt worden. Was könnte die Intention der Maler gewesen sein, wo genau lag das jeweilige Interesse, was bedeutet heute und nicht zuletzt was empfinde ich beim betrachten. Um das zu verdeutlichen habe ich mich entschieden einen Liedtext zum ersten Teil zu schreiben. Im zweiten Teil "epilog" konzentriere ich mich auf das fotografische Bild. Mich interessierte die Zweiteilung in Personen, um das hin-und-her-gerissen sein und das Zwiespältige. Das Einerseits und Andererseits eines Menschen, welches sich im Gesicht spiegeln kann. Ist das wahre Gesicht denn ein eindeutiges? Die Gesamtheit eines Wesens in ihren Widersprüchen darstellen ist mein Anliegen. Die zwei Sichten auf einen Sachverhalt und eine Situation spielen dabei eine Rolle. Dabei ist das Bild ein sogenanntes realistisches und fotografisches Abbild der sogenannten objektiven Realität. Im Schlussteil "monolog" verlagert sich der Schwerpunkt auf das Einzelgespräch mit dem Betrachter und das Schweigen. Hier geht es um einen Rückzug ins Selbstgespäch und die Kommunikationsarmut (im alltäglichen Gebrauch auch als Autismus bezeichnet). Es ist nicht mehr das dialogisch/dialektische Selbstgespräch, sondern eher das sich wiederholende Einreden und die bedrückende Wortlosigkeit. Das visuelle Erscheinungsbild ist hier von vier Künstlern der Modernen Kunst inspiriert ( Fontana, Rothko, Reinhardt und Turell) dabei gibt es keine Reihenfolge, sondern es überlagert und verwebt sich zu einem farbintensiven Erscheinungsbild. Selbstbildnisse zeigen immer die Suche nach der Erkenntnis über die eigene Person, aber auch über das Menschliche an sich. Ein Arbeitsprozess mit Selbstüberwachung und mehreren Kommentatoren die in einem schlummern. Über Rembrandt wurde geschrieben: "Mit den Jahren wird das Selbstbildnis bei Rembrandt immer mehr zum Mittel der Selbsterkenntnis und schließlich zu einer Art Selbstgespräch: ein alter verlassener Mann unterhält sich malend mit sich selbst" (Corpus 1982) Dies ist kein kunsttheoretischer Text zu UNILATERAL, sondern ein Bericht über die Entstehung. (Karø Goldt)
unilateral (Teil II)
Österreich, Deutschland
2006
Kein Dialog
