Format: Blu-ray
Verleihstatus: Ausleihbar
Fassung: OF
Laufzeit in Minuten: 14
Farbe: Farbe
Ton: Dolby 5.1
Bildformat: 1:1,85
Bilder pro Sekunde : 24
Gazaupouy ist ein kleines Dorf in der Gascogne, im Südwesten Frankreichs. Die vielen Teiche im Umkreis des Ortes dienen den Bauern zur Bewässerung ihrer Felder. In warmen Sommernächten hört man von überall die wildesten Froschkonzerte.
Weit verbreitet ist der Wasserfrosch, „Rana Esculenta“. Er ist grasgrün, mit dunklen Punkten und Flecken und einer hellen Rückenlinie. Manchmal kann man auf den Augenlidern einzelner Exemplare eine goldene Linie entdecken.
Wenn sich die Sonne auf der Wasseroberfläche eines Teiches widerspiegelt und aussieht wie eine goldene Kugel, die auf dem Grund des Teiches liegt, wird man unmerklich weg von der wissenschaftlichen Betrachtungsweise hinein in die Märchenwelt entführt.
Viele Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm stammen ursprünglich aus dem französischen Sprachraum. Die Geschichten gelangten durch die Hugenotten nach Hessen.
Im Film kehrt das Märchen zum Volk und nach Frankreich zurück: Die Dorfbewohner von Gazaupouy, treten als Darsteller und Mitgestalter auf und geben dem Film eine burleske Färbung.
Elsa, die Dorfschönheit, spielt die Prinzessin. Thierry, Siloarbeiter und Stammgast des einzigen Cafés in Gazaupouy, lässt alle ‚nach seiner Pfeife tanzen’ und übernimmt die Rolle des Königs. Sylvie arbeitet als Verwaltungsangestellte für mehrere Gemeinden. Ihre Souveränität macht sie zur Königin. Enzo Mazzer, ein aus Venedig stammender Landarbeiter, ist fast 90 Jahre alt. Heute betreut er eine mittelalterliche Kirche. Er spielt den Bischof an der „Königlichen Tafel“.
Das Märchen vom Froschkönig wird ohne Dialoge, wie in einem Stummfilm, erzählt. Die Märchengestalten haben etwas Formelhaftes, wie auch die Grimms in ihrer Wortwahl eine Vorliebe für feste Farben und Konturen haben. Gefühle kommen nicht ins Spiel. Gleich dem Blick durch eine Kamera wird die Welt objektiv, von außen betrachtet.
Der Film begibt sich auf eine ästhetische Reise mit Anklängen bis hin zu Jacques Demy und bestätigt den Gedanken Lotte Reinigers, dass „den Märchen ein größerer Wahrheitsgehalt innewohnt als den Nachrichten“.
Drei Exponate aus der Sammlung von Werner Nekes werden ganz nebenbei zu optischen Spielen im Film: „Jeu de la Pêche“, ein französisches Frosch-Fang-Spiel, ein „myrioama-artiges Legespiel“ mit Motiven von Mensch-Tier-Verwandlungen und ein Ziehbild aus „Meggendorfers Verwandlungsbildern“. (Ulrike Pfeiffer)
Le roi grenouille de Gazaupouy
Deutschland
2013
Französisch