Format: DVD
Verleihstatus: Ausleihbar
Fassung: OF
Laufzeit in Minuten: 25
Auflösung: 720x480
Codec: MPEG-2 (H.262)
Farbe: Farbe
Projektionsformat: 4:3
Apple Summer ist Holly Fishers erster experimenteller Film und kann gleichsam als eine filmische Bestimmung des damaligen Standpunktes der Filmemacherin gelten. Verschiedene Ebenen führt der Film vor, auf denen sich Autobiografisches, Dokumentarisches und Experimentelles gegenseitig kommentieren. Die erste Ebene beschreibt das Portrait eines befreundeten Künstlers. Sie zeigt ihn in seinem Studio und beim gemeinsamen Familienurlaub auf dem Land in Maine. Die Aufnahmen kommentieren liebevoll, aber mit distanziertem Witz, den Umgang des Künstlers mit seinem Objekt, dem Apfel, und allem anderen Eßbaren, das ihm begegnet. Dabei läßt sie dem Freund im lebenslustigen Zugang zu seiner Umwelt die künstlerische wie menschliche Eigenart, sie nimmt ihn geradezu penibel ernst, wenn sie ihn später im New Yorker Atelier in intimerer Atmosphäre interviewt und ihm dabei das Flair eines Philosophen verleiht.
Dennoch treten neben Witz und Ernsthaftigkeit im Portrait des Künstlers immer mehr auch die Bilder in den Vordergrund, die die ganz andere künstlerische Sicht und Vorgehensweise Holly Fishers zeigen. Am deutlichsten wird dies, wenn sie die dokumentarischen Aufnahmen der ländlichen Umgebung durchsetzt mit experimentellen Naturbildern: Reißschwenks und Mikroaufnahmen lassen die Wiesen, Bäume und Landschaften zunächst zu flüchtigen Eindrücken werden, um sie dann zu abstrakten Mustern zu verdichten. Diese Bilder steigern sich in ihrer Verfremdung noch durch Tonkompositionen aus Vogelgezwitscher und Grillenzirpen, die nichts mehr gemein haben mit einem Naturzitat, sondern - wie einem hohlen Raum entspringend - experimenteller Musik gleichen.
