Anything but my Pictures

AV Medien | zum Werk


Format: Blu-ray
Verleihstatus: Ausleihbar nach Rücksprache
Fassung: OmU
Laufzeit in Minuten: 14
Farbe: Farbe
Ton: Stereo
Anzahl Akte: 1

Was beginnt wie ein Dokumentarfilm über religiöse Fanatiker und Patrioten in Jerusalem, wird zu einem Nachdenken über Modelle und die Verdopplung des Vorhandenen im Akt des Bildermachens. Dem medial stark vorgeprägten Bild von Israel wird mit einem altmodischen Gerät begegnet – einer selbstgebauten Camera Obscura, deren Aufnahmen an frühe Orientfotografie erinnern. Es entsteht der Eindruck, dass das Vorgefundene nicht unmittelbar zu betrachten ist, sondern nur durch einen nicht abnehmbaren Filter (die zerkratzte Plexiglasscheibe, von der das Bild im Innern des Kastens abgefilmt wird und die während des gesamten Films zwischen Betrachter und Abgebildetem steht.) Die „Welterklärungsmodelle“, wie sie die verschiedenen religiösen oder ideologieverhafteten Gruppen zu Anfang verkörpern, finden sich in der Modellwelt „Mini Israel“ wieder, deren Aufnahmen sich auf verwirrende Weise mit den Bildern des realen Landes vermischen. Als Reaktion auf die in ihrer Komplexität nicht abzubildende Umgebung ist das Bildermachen selbst zu verstehen – „to take a picture - to get the picture“ – Ein Bild machen, als Versuch das Vorgefundene zu begreifen.
Juliane Henrich    → Biografie anzeigen   
Deutschland, Israel
2010