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2010 sind es 50 Jahre, seit 17 afrikanische Kolonien die Unabhängigkeit erlangt haben. Eine Art Bestandsaufnahme eines halben Jahrhunderts Entkolonialisierung im deutschsprachigen Raum mittels eines Bibliotheks-Zettelkataloges. Auf drei Videokanälen wird dieser zum nachträglich eingefügten Stichwort ‚Entkolonisierung‘ als Folge von Stills ‚geblättert‘. Auf der Tonspur ein Ausschnitt aus Alain Robbe-Grillets „nouveau roman“ La Jalousie, der explizit gegen das Narrativ, die Tiefe, das Engagement, den Humanismus und die Tragik anschreibt. In diesem Textstück, in dem die Bananenplantagen rund um ein Anwesen irgendwo in einer Kolonie in den Blick genommen werden, gibt es kein eigentliches Agens, sondern bloß Ding-Konstellationen, deren akribische Registrierungen die Form des Romans in eine Art Inventarisierungsprozess verwandeln: „Uneingedenk der Ordnung, in der die sichtbaren und die gekappten Bananenstauden stehen, ergeben sich für die sechste Reihe folgende Zahlen: zweiundzwanzig, einundzwanzig, zwanzig, neunzehn.“ Alain Robbe-Grillet, La Jalousie, 1957 „In turning from an extractive to a more ethnographic project, our readings need to move in new ways through archives both along their fault lines as much as against their grain.“ Ann Laura Stoler, 2002 Schweiz 2010, 3-Kanal Video Installation